Long time not seen

 

Long time not seen.

Liebe Freunde, liebe Gäste vom AMIDA, liebe Fans und Familie,

da ist es nun schon 7 Monate her oder noch länger, dass wir uns das letzte Mal gesehen und gesprochen haben.

So viel hatte ich mir vorgenommen, wollte Sie immer über unseren Block auf dem Laufenden halten. Ich sag‘s Ihnen / Euch– unmöglich, das alte leidige Thema! NO TIME!

Über Facebook war es noch möglich, immer wieder up-dates und Fotos hochzuladen. Man (oder ich) denke da immer, das geht doch so schnell, kann man ja mal eben machen.

Aber die Zeit ist nur so dahin geronnen, mit einer sehr schönen, zum Teil erholsamen, entspannten, aufregenden, langweiligen, suchenden, frustrierenden und belehrenden Reisezeit und die Zeit danach….. ALLES davon war und ist immer noch dabei.

Dann habe ich auch noch die klitzekleine Herausforderung, dass ich, (genau wie mein Mann auch keine Rezepte in seinem Ärmel hat), auch ich nicht auf Knopfdruck einen Reisebericht schreiben kann.

Somit hat sich alles nach hinten verzögert. Doch ich denke so oft an die vielen netten Gäste vom Amida und vom ehemaligen Speicher, an unsere Freunde und Bekannten, an die vielen gemeinsamen Stunden, die mit dazu beitragen haben, dass wir glückliche und zufriedene Stunden in unserem Leben erlebten. Ich weiß das sehr zu schätzen. Doch wie lautet die bekannte Redewendung: Man muss aufhören, wenn es am Schönsten ist.

JA – ein klares JA!!! Es war am Schönsten. Zumindest was unsere Selbstständigkeit als Gastronomen angeht. All das, was noch gekommen wäre, hatte schlechte Voraussagungen. Somit entschieden wir uns ganz bewusst für einen BREAK in unserem Leben! Und dieser BREAK ist ein ordentlicher Bruch!

Und somit komme ich erst jetzt dazu – zu schreiben. Es wird ein langer Brief, vielleicht ein kleines Buch, oder Lektüre.

Und besser ist mein Motto– lieber SPÄT als NIE.

 

Zu allererst möchte ich Euch aber das „DU“ anbieten. Auch aus dem Grund, dass ich nur noch in einer Ansprache Euch alle ansprechen möchte. Ich hoffe, Ihr seid damit alle einverstanden…

Den folgenden Reisebericht werde ich nun in ein paar Pakete packen, nicht dass es zu viel auf einmal zu lesen gibt. Muss ja ein bisschen spannend bleiben ;-)))

Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch
Gregor & Heide xxx LOVE & LIGHT

 

Wie Ihr alle wisst, hatten wir unseren letzten Öffnungstag am 27. Dezember als Abschied Menü / Abschiedsabend gefeiert.

Es war ein besonders schöner Abend, den wir noch lange in Erinnerung in unserem Herzen tragen werden.

Überhaupt waren die letzten fünf Jahre im AMIDA und auch schon die sieben Jahre zuvor im ALTEN SPEICHER eine besonders schöne Lebenserfahrung, nicht einen Moment möchten wir missen – DANK unserer Gäste. Wir hatten wirklich viel Spaß mit Euch 😉

Für Euch alle tut es uns wirklich sehr leid, dass wir jetzt nicht mehr da sind und Euch kulinarisch verwöhnen können. Aber alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. LOVE it!

Aber eins habe ich, schon mal vorweggenommen, in den vier (inzwischen sieben) Monaten „Auszeit“ gelernt, dass ich mich auch mal um mich selbst kümmern muss und mein Glück nicht alleinig vom dem Glück meiner Gäste abhängt. (Natürlich war dies ein schönes Glück und hat mich immer sehr zufrieden gemacht)

Es ist schon komisch, so eine Einsicht zu bekommen. Das war wirklich meine Lebensaufgabe. Ich war totunglücklich, wenn einer von meinen Gästen nicht zufrieden war. Egal ob es Gäste waren, mein Mann, oder Küchenchef, oder die Mitarbeiter. Oft fühlte ich mich in der Chefposition hilflos, da alles nur von mir abhängig war. Ich war und fühlte mich verantwortlich für alles und habe mir alles immer viel zu sehr zu Herzen genommen.

Ich weiß immer noch nicht, ob ich ohne Gäste und ohne Menschen leben und arbeiten möchte, das wird sich aber bestimmt bald klären, da bin ich ganz zuversichtlich.

Auch als wir nach zwei Monaten Reise aus Thailand, Kambodscha, Indien und zurück nach Thailand, dann wieder nach Hause kamen, war mein erstes Gefühl – lass uns wieder einen gastronomischen Betrieb hier in Solingen (oder Haan) finden. Wir können doch unseren Gästen so etwas nicht antun. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als Gregor sagte, er wolle auf jeden Fall wieder kochen. Somit verbrachte ich Tage und Stunden, Nächte und noch mehr Stunden damit im Internet einen kleines Restaurant oder ähnliches hier in Solingen und Umgebung zu finden. Für wen? Für unsere Gäste!

Es ist noch gar nicht so lange her, dass mir klar geworden ist, was ich hier eigentlich mache. Vom Regen in die Traufe. Das positive, was immer da war in den vergangen elf Jahren, waren für mich die Gäste.

Wenn ich die Gäste bedienen darf, ist alles Sonnenschein und ich bin glücklich. Das negative, was uns auch aus dem Amida rausgeekelt hat, ist vergessen und verschwunden. Die GIER!

Man wird regelrecht verschlungen, von allen Seiten. Mit dem einen oder anderen Gast habe ich diese Herausforderung angesprochen. Und bestätigender Weise findet man dieses Problem in allen Bereichen.

Nun ja – lange Rede kurzer Sinn. Wir sind weiterhin in der Findungsphase und machen uns keinen Stress. Nur der ferne Erholungsurlaub ist bedingt durch Geld und unserem Hund Mala etwas kürzer ausgefallen. Aber das finden wir nicht schlimm.

So jetzt zum wichtigen Teil – zu unserem detaillierten Reisebericht
– Thailand – Komboscha – Indien – Thailand –

Eigentlich sollte man denken, dass man in drei Tagen aus dem AMIDA ausgezogen ist. Hat auch so gerade eben geklappt.

Dann sollte man auch denken, dass der Verpächter für eine Übergabe mal reinschaut. Hat leider nicht geklappt.

Und dann habe ich mir 20 Tage Zeit genommen, allen Papierkram und all das was noch zu erledigen ist, zu erledigen, bevor wir in den wohlverdienten Urlaub verreisen. Hat auch nicht ganz so gut geklappt. SCHADE.

Somit hatte ich bis es nach Indien ging, und dort zum Glück das Internet und WIFI gering verfügbar war, jeden Tag Post und Erinnerungen an die abgeschlossene Zeit, die immer noch nicht abgeschlossen war. GRRRR! Ich will URLAUB machen!!!

Am 20.01.2015 sind wir mit dem Flieger nach Thailand – Bangkok geflogen. Ich hatte einen günstigen Flug gefunden und direkt gebucht – über Peking mit China Airways.

Ein paar Stunden mehr in der Luft hatte ich mir nicht so schlimm vorgestellt. Doch jedes Mal (war ja nicht oft), wenn wir so lange fliegen, wünschen wir uns sehnlichst die Business Class!!! Nach 21 Stunden Reise sind wir endlich im Hotel Rembrandt in Bangkok angekommen. Es war schon Abend und wir sind nach einem leckeren Abendessen und einer Thaimassage direkt ins Bett gefallen. Auf das bevorstehende Frühstücksbüffet haben wir uns schon seit Wochen gefreut. Ein solch reichhaltiges und frisches Frühstück hatten wir noch nie gesehen, und haben aus diesem Grund dieses Hotel wieder gebucht, da wir die Erfahrung bei unserem ersten Thailand Urlaub im Jahr 2012 bereits machen durften. Es gab Continentales, englisches, warmes, heißes, scharfes, alle Sorten an Eierspeisen, vom Omlett bis zum verlorenen Ei, Miso-Suppen u.a., Samosas, Pfannekuchen, Kuchen, Pastries, Croissant, Joghurt, frische Früchte, wie es bei uns auf dem Markt üblich ist, noch und nöcher. Ein Frühstücksparadies mit allem was das Herz begehrt.

Schon am Vormittag wurden wir von unserer Freundin am Hotel abgeholt. Erst dann haben wir herausgefunden, dass es einfacher gewesen wäre, wenn sie uns am gestrigen Tage direkt vom Flughafen abgeholt hätte.

Verkehrsregeln schienen in unseren Augen in Thailand nicht so wirklich zu existieren. Vielleicht existieren sie, aber keiner hält sich daran. Zum Linksverkehr kommt hinzu, dass rechts und links, auf dem Standstreifen, oder aus drei Spuren mach‘ vier Spuren, einfach überholt wird.

Rote Ampeln, wie funktionieren die nochmal? Und dann hat einer schon wieder die Ausfahrt nicht gekriegt und ist in den Stopper zur Ausfahrt hin gedonnert. Ob der noch lebt, wir haben es ihm gewünscht. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und auch an das Verkehrschaos in Bangkok haben wir uns relativ schnell gewöhnt.

Bei unserer Freundin zu Hause, in der Thailändischen Villa mit Pool angekommen, haben wir uns erstmal viel im air-conditioned Zimmer aufgehalten. Wir sind beide keine Freunde der Hitze, je mehr wir ins „alter“ kommen, umso klarer wird uns das!

Da ich vorher überhaupt keine Zeit hatte zu planen, was wir alles in den nächsten 80 Tagen unternehmen, fing erst hier die Planung an.

Morgens Yoga, Frühstück mit Suppe, Fischmarkt, Besichtigung von Hotels und Resort unserer Freundin, Training der Mitarbeiter, Probeschlafen im Resort, umdekorieren der Resortbungalows, kochen, faullenzen, mit dem süßen weißen Pudel spielen, schlafen, essen, den Markt besuchen, den nächsten Markt erkunden und noch ein Markt entdecken, das waren neben der Planung für die kommenden Wochen unser Tagesablauf.

….

Fortsetzung folgt in Kürze bleib dran….

04.08.2015 HM